Das 15. Jahrhundert – Höhepunkt der Ulner Geschichte

Das 15. Jahrhundert – Höhepunkt der Ulner Geschichte

Dieses Jahrhundert zeigt uns in seiner zweiten Hälfte Weinheim als Hauptsitz der Ulner Familie (die ihren Stammsitz in Dieburg beibehält). Die Spitalstiftung ist angewachsen. Im Jahre 1486 erfolgt die Heirat des Hartmann-Neffen Ulrich Ulner von Dieburg († 1515) mit Dorothea, der Erbtochter des Hauses Forstmeister von Gelnhausen. Schlagartig werden die Ulner durch diese Verbindung zur reichsten grundherrlichen Familie in Weinheim – mit verstreuten Besitzungen am Rhein und im Odenwald.

Dennoch ist festzuhalten: Sie gehören nicht dem Hochadel an, sie spielen als niederer Adel in der Reichspolitik keine Rolle. Von ihren Landesherrn, in deren Lehensdienst sie stehen, gilt dies indessen nicht. Diese sind schon als Kurfürsten reichspolitisch relevant. Der machtpolitisch bedeutsamste Fürst der kurpfälzischen Geschichte ist der erwähnte Kurfürst Friedrich I., genannt „der Siegreiche“, von seinen Gegners als „der böse Pfälzer Fritz“ gebrandmarkt. Unter ihm wird die Flächenherrschaft zwischen Rhein und Odenwald gesichert, der Kampf um die Vormachtstellung am Oberrhein (trotz Freundschaftspakt) ist zu Lasten des kurfürstlichen Konkurrenten in Mainz entschieden. Der Ulner Schwerpunkt Weinheim erscheint als Reflex auf diese Veränderung der Machtverhältnisse.